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Nachtschlacht.de

Die Störkampf- und Nachtschlachtgruppen der deutschen Luftwaffe 1942 - 1945

Leseprobe

I. Quellen- und Literaturlage
Über die Nachtschlachtkommandos und Panzerfauststaffeln Bü 181 ist bislang kaum etwas bekannt geworden. In den Akten der ehemaligen deutschen Luftwaffe im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg/Breisgau gibt es nur wenige Hinweise auf diese Verbände, was hauptsächlich an der mangelhaften Quellenlage aufgrund von bei Kriegsende vernichteter Akten liegt. Auch hat sich die deutsche und internationale Literatur nur am Rande mit diesen erst bei Kriegsende aufgestellten Einheiten befasst.(1) So erwähnte der Chronist der Schlachtfliegerverbände der deutschen Luftwaffe, General a.D. Helmut Mahlke, 1971 in seinem Buch zwar zumindest die Existenz von Nachtschlachtkommandos Bücker 181, schrieb jedoch, dass die Staffeln nicht zum Einsatz gekommen wären.(2) Die „Bücker mit der Panzerfaust“ tauchte erstmals Anfang der 1980er Jahre in Modellmagazinen auf und wurde dort diskutiert.(3) Auch wurden hier erstmals Fotos und Einsatzberichte einer Panzerfauststaffel abgedruckt.(4) Für die vorliegende Arbeit waren besonders die unveröffentlichten Aufzeichnungen und Erinnerungen an die Kriegszeit sowie Flugbücher, Soldbücher und Wehrpässe von Zeitzeugen wichtig. Teilweise konnten auch Informationen aus den sog. ULTRA-reports gewonnen werden. Dies sind von den Engländern abgefangene und dechiffrierte deutschen Funksprüche, die ins Englische übersetzt wurden und heute im National Archives in Kew/England aufbewahrt werden.

 

I.1 Keine Selbstmord-Einheiten!
Oft wird der Einsatz der Nachtschlachtkommandos und Panzerfauststaffeln Bü 181 als Selbstmord-, bzw. im damaligen Sprachgebrauch als Selbstopfer(SO)-Einsatz dargestellt, bzw. behauptet, es hätte einen Aufruf zur freiwilligen Meldung zu diesen Einheiten gegeben.(5) Fakt ist jedoch, dass die Aufstellung der Einheiten regulär verlief, die Besatzungen abkommandiert wurden und es sich nicht um sog. SO-Einheiten handelte.(6) Vermutlich basiert die Verwechslung auf diversen Aufrufen zu freiwilligen Meldungen zu SO-Einheiten ab März und April 1945. So hatte Reichsmarschall Hermann Göring am 8. März 1945 einen streng geheimen Aufruf an die Flugzeugführer von allen Jagdverbänden der Luftflotte Reich, den Ergänzungseinheiten des Generals der Jagdflieger und in den Schuleinheiten des Generals der Fliegerausbildung verlesen lassen, wonach die endgültige Vernichtung des deutschen Vaterlandes drohte und nur „durch die äußerste Bereitschaft höchsten deutschen Kämpfertums“ aufzuhalten wäre.(7) Die Flugzeugführer wurden zu einem ultimativen Einsatz aufgerufen, bei dem es nur mit geringer Wahrscheinlichkeit eine Rückkehr geben würde. Die Flugzeugführer sollten durch „bewussten Einsatz ihres Lebens“ die Nation vor dem Untergang retten. Mit dem Aufruf wurde das sog. „Kommando Elbe“ gegründet, deren Flugzeugführer für einen Rammeinsatz mit ihren Jagdflugzeugen gegen die alliierten Bomber vorbereitet wurden.(8) Angeblich sollen sich über 2.000 Mann gemeldet haben.(9) Zwar wurde der Rammeinsatz aufgrund der geringen Überlebenschancen als Selbstopfer (SO)-Einsatz bezeichnet (10), jedoch waren bereits seit der Jahreswende 1943/44 sog. SO-Einheiten aufgestellt worden, deren Aufgaben ähnlich der japanischen Todesflieger sein sollten.(11) Der SO-Einsatz wurde unter den höheren Offizieren lebhaft diskutiert, Adolf Hitler lehnte solch einen Einsatz angeblich ab und ließ die Einheiten im Februar 1945 auflösen.(12) Teile der SO-Männer wurden jedoch geschlossen zum Kampfgeschwader (J) 30 versetzt, wo sie weiter auf dem Jagdflugzeug Focke-Wulf Fw 190 ausgebildet wurden. Im März 1945 scheint die Idee vom SO-Einsatz erneut aufgekommen zu sein, denn es wurde eine besondere SO-Einheit aufgestellt, die sog. „Kampfgruppe Freiheit“. Die Gruppe wird in den erhalten gebliebenen Stärkemeldungen der fliegenden Verbände der Luftflotte 6 erstmals ab dem 21. März 1945 mit einem Bestand von 20 Junkers Ju 88 A-4, jedoch ohne Angabe der Besatzungsstärke erwähnt.(13) Anfang/Mitte April 1945 muss es zudem einen zweiten Aufruf zum SO-Einsatz gegeben haben, der am 14. April 1945 u.a. bei der II. Gruppe des Lehrgeschwaders 1 und sehr wahrscheinlich auch bei anderen fliegenden Verbänden zumindest an der Ostfront verlesen wurde.(14) Demnach wurden Freiwillige gesucht, die sich mit ihren Flugzeugen unter Opferung des eigenen Lebens auf die Brücken und Pontonbrücken der Russen an der Oder stürzen sollten.(15) Zudem sandte der Kommandeur der 7. Jagddivision Generalmajor Karl Hentschel am 14. April 1945 einen Aufruf an die Verbände unter seinem Kommando an der Westfront:(16) Das Luftwaffenkommando West hätte den Einsatz von Kommandounternehmen im Rücken des Feindes gegen wichtige Ziele wie Brücken, Fahrzeugkolonnen, Panzer, Lokomotiven usw. befohlen. Für diese Aufgaben wurden nun Freiwillige vom Heer und der Luftwaffe gesucht; „mutige Männer, bereit in den Tod zu gehen“ sollten als Flugzeugführer bereit gestellt werden, als Panzerfaust-Männer und als Sprengtrupps. Als Flugzeuge sollten Fieseler Fi 156 „Störche“ eingesetzt werden. Sobald die Aufgaben ausgeführt waren, sollten die Männer entweder von einem wartenden Flugzeug oder in der folgenden Nacht aufgenommen werden. Die 7. Jagddivision war mit der Erfüllung dieser Aufgabe betraut worden und stellte ein Kommando auf, das als „Kommando Totenkopf“ bezeichnet wurde. Kommandeur der Einheit wurde Major Richard Taubert, bis dahin Kommandeur der Fernaufklärungsgruppe 123. Er sollte sämtliche Vorbereitungen für einen Einsatz in kürzester Zeit treffen und nicht erst warten, bis sämtliches Material vorhanden war. Das Motto lautete: „Los und auf sie.“ Ein kleiner Stab sollte aus dem bisherigen Stab der Fernaufklärungsgruppe 123 gebildet werden, fliegendes Personal sollte aus den fliegenden Einheiten kommen, die der 7. Jagddivision unterstellt waren. Diese sollten sofort Soldaten melden, die als Flugzeugführer qualifiziert waren und Panzerfäuste bedienen konnten. Zudem wurde angeordnet, dass auch Männer gemeldet werden, die Erfahrungen mit Sprengarbeiten hätten. Die Verbände sollten zudem sämtliche vorhandenen Fi 156 melden. Als Sammelplatz für das Personal wurde der Fliegerhorst Schleißheim angeordnet. Der Luftgau VII (München) wurde zudem gebeten, den Fliegerhorst als Operationsbasis des Kommandos entsprechend aufzustocken und Zelte für die Unterbringung von etwa 200 Männern bereit zu stellen. Hentschel schloss den Aufruf mit den Worten: „Das Vaterland ist in Gefahr. Ich appelliere an den Kampfgeist meiner Männer. Ich weiß, dass sehr viele Männer sich freiwillig melden werden. Die Situation ist nur hoffnungslos, wenn wir uns nicht selbst helfen können.
Erst am 18. April meldete das Luftwaffenkommando West an den Führungsstab/Oberkommando der Luftwaffe, dass man beabsichtigte, vorhandene „SO-Besatzungen“ mit Schulflugzeugen vom Typ Focke-Wulf Fw 44 „Stieglitz“(17) und Focke-Wulf Fw 58 „Weihe“(18) ausgerüstet mit Panzerfäusten und Sprengladungen einzusetzen, um feindliche Versorgungslinien und Bewegungen zu unterbrechen.(19) Das Luftwaffenkommando bat das Oberkommando der Luftwaffe um Zustimmung. Diese wurde anscheinend gewährt, da das „Kommando Totenkopf“ zwischen dem 24. und 29. April mehrere Fi 156 mit Sprengtrupps hinter den feindlichen Linien einsetzte.(20) Schließlich wurde Ende April 1945 zudem das „Kommando Bienenstock“ gebildet: Nach einer Idee von Oberst Hajo Herrmann, Kommandeur der 9. Fliegerdivision (J), sollte das Kommando mit Kleinflugzeugen, darunter auch Bücker Bü 181, ausgerüstet werden und ebenfalls Sprengkommandos im Rücken des Feindes absetzen, bzw. feindliche Flugplätze angreifen.(21) Die Erwähnung von Panzerfäusten und auch die spätere Ausrüstung der genannten Kommandos wie „Bienenstock“ mit Flugzeugen vom Typ Bücker Bü 181 können zu einiger Verwirrung führen. Jedoch sollten die Panzerfäuste von den Besatzungen im Erdeinsatz benutzt werden. Es handelte sich also nicht um einen (Nacht)-Schlachtfliegereinsatz.

 

II. Einleitung
Ab Sommer 1944 waren die deutschen Truppen überall auf dem Rückzug. Die Alliierten gewannen nach der Invasion in Frankreich rasch Boden, auch die Russen drängten die deutsche Wehrmacht im Rahmen ihrer Sommeroffensive weit nach Westen auf polnisches Gebiet. Anfang 1945 standen die Westalliierten am Rhein, die Russen an der Oder. Auch in der Luft war die deutsche Luftwaffe in die Defensive gedrängt worden. Die Übermacht insbesondere der westalliierten Luftstreitkräfte war erdrückend. Die Bombenangriffe der Amerikaner und Engländer auf die deutschen Hydrierwerke ließen die Flugbenzinproduktion rapide absinken.(22) Die Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit der fliegenden Verbände der deutschen Luftwaffe waren fatal. Die Anzahl der Einsätze ging stark zurück, notwendige Luftwaffenunterstützung für das Heer konnte nur noch schwerpunktmäßig geflogen werden. Insgesamt war die Luftwaffe zu einer abwartenden Defensivtaktik gezwungen. Zu Beginn des Jahres 1945 waren bis auf die Hydrierwerke Pölitz sämtliche großen Werke sowie ein Fünftel der kleineren Werke aufgrund vorhergegangener alliierter Bombardierungen stillgelegt.(23) Besonders besorgniserregend gestaltete sich das Aufkommen an Betriebsstoff für Kraftfahrzeuge. Es wurde sogar erwogen, das Heer weitgehend zu entmotorisieren. Hinzu kam, dass die Flugkraftstoff-Produktion nur noch allein aus den Hydrierwerken bezogen wurde und vor allem von Pölitz abhängig war, das etwa drei Viertel der Produktion aufbrachte.(24) Erschwerend kam der erhöhte Bedarf der Luftwaffe seit Beginn der russischen Winteroffensive am 12. Januar 1945 hinzu.(25)

Im Februar 1945 verschlechterte sich die Betriebsstofflage zunehmend, der Luftwaffenschwerpunkt lag jedoch eindeutig im Osten.(26) Kürzungen bei den Luftflotten, bei denen kein Großkampf stattfand, waren daher unvermeidlich. Gleichzeitig mussten bei den Waffengeneralen sämtliche nicht unbedingt erforderlichen Umrüstungs- und Ausbildungsvorhaben zurückgestellt werden.(27) Ein alliierter Bombenangriff auf die Hydrierwerke Pölitz in der Nacht vom 8. zum 9. Februar verursachte derart nachhaltige schwere Zerstörungen, dass die Flugkraftstoff-Produktion komplett ausfiel.(28) Die Flugkraftstoff-Zuteilung an die einzelnen Luftflotten musste daher stark eingeschränkt werden.(29) Der Chef des Wehrmachtsführungsstabs befahl am 11. Februar im Auftrag des OKW die rücksichtslose Beschränkung aller Luftwaffeneinsätze.(30) Der Einsatz sollte nur an den jeweils entscheidenden Schwerpunkten erfolgen und nur da, wo andere Mittel keinen Erfolg versprachen. Zwar besaßen die Luftflotte noch Reserven, um die geringere Zuteilung einigermaßen ausgleichen zu können, jedoch führte gerade der Großkampf im Osten zu einer rapiden Abnahme der Flugkraftstoffbestände.(31) Der Verbrauch der Luftwaffe konnte nicht mehr ausgleichen werden. Um Flugbetriebsstoff für die Fronteinsätze freizubekommen, wurde sogar die gesamte Ausbildung im Bereich des Generals der Fliegerausbildung abgestoppt und die Frontreifemachung des notwendigsten Personalersatzes bei den Waffengeneralen soweit wie möglich gekürzt.(32) Schließlich erging am 13. Februar 1945 die Weisung, dass bei den Einheiten des Generals der Fliegerausbildung nur noch Flugschüler ausgebildet werden durften, deren Ausbildung innerhalb von 14 Tagen beendet war. Gleichzeitig durften bei den Ergänzungseinheiten der Waffengenerale nur noch Besatzungen weiter ausgebildet werden, deren Ausbildung innerhalb von vier Wochen beendet war.
Im Westen starteten die Amerikaner am frühen Morgen des 23. Februar 1945 die Offensive „Grenade“, überschritten die abgeschwollene Rur an zahlreichen Stellen, durchstießen die schwachen Kräfte der deutschen 15. Armee und bildeten binnen drei Tagen einen 30km breiten und 15km tiefen Brückenkopf.(33) Die Reserven der deutschen 15. Armee waren zuvor nach Norden in den Angriffsraum der Kanadier und Engländer bei Kleve geworfen worden und fehlten nun an der Einbruchsstelle im Süden. Schnell verlegte deutsche Kräfte konnten die Amerikaner zunächst zwar aufhalten, dem doppelten Angriffsdruck jedoch nicht lange standhalten. In der Nacht des 24. Februars waren die ersten Brigaden der amerikanischen Panzerdivisionen über die Pionierbrücken gerollt.(34) Vor ihnen lag eine weite, offene Ebene. Der Panzerdurchbruch bis zum Rhein hatte begonnen. Die amerikanischen Panzerspitzen stießen am 27. Februar aus dem Raum Erkelenz in Richtung Mönchengladbach vor. Einen Tag zuvor hatten die Kanadier erneut die deutschen Truppen mit Schwerpunkt südöstlich von Kleve angegriffen und erreichten nach schweren Kämpfen die Gegend südlich von Xanten.(35) Gleichzeitig stießen die Amerikaner aus dem großen Brückenkopf bei Jülich nach Nordosten und Norden vor, rückten auf Neuss vor und drehten mit der Masse ihrer Verbände nach Norden ein. Auch an der Maas griffen US-Truppen von Süden her über Roermond auf Venlo an, die Engländer gingen von Norden über Gennep auf Well vor. Der Ring um die deutsche 1. Fallschirmjäger- und die 15. Armee zog sich zu. Die West-Alliierten drohten die deutschen Verbände westlich des Rheins von ihren Rückzugswegen abzuschneiden.
Die Luftwaffe sollte das schnelle Vorrücken der alliierten Truppen unbedingt verhindern. Die Flugkraftstoffzuteilung für März 1945 sah jedoch eine Verteilung von insgesamt nur 10.500t B4/C3-Kraftstoff vor:(36) 7.500t waren für den Fronteinsatz, 3.000t für die Ausbildung und Rüstungsindustrie, also ein Verhältnis von etwa 70:30 zugunsten des Fronteinsatzes.(37) Der Schwerpunkt lag jedoch eindeutig im Osten, wo den Verbänden mehr als 6.500t Flugkraftstoff zugeteilt wurden. Damit machte der „Einsatz Ost“ einen Anteil von 90 Prozent der Gesamtverteilung an die Frontverbände aus. Der akute Betriebsstoffmangel erforderte daher besonders bei den im Westen eingesetzten Verbänden eine Einschränkung der Fronteinsätze.(38) Bereits am 4. März befahl das Oberkommando der Luftwaffe den Einsatz der Flugzeuge mit Benzinmotoren in der Reichsverteidigung vorübergehend einzustellen, um weiteren Betriebsstoff frei zu bekommen.(39) Ausnahmen waren nur erlaubt, falls ein erfolgreicher Einsatz zu erwarten war. Damit wurde die Luftverteidigung des Reiches zugunsten des Luftwaffeneinsatzes im Osten jedoch praktisch lahmgelegt.
Am 5. März hatten die Amerikaner das westliche Rheinufer von Neuss bis Rheinberg-Orsoy erobert und drängten von Rheinberg auf Wesel.(40) Die Alliierten Verbände konnten weder von den deutschen Erdtruppen noch von der deutschen Luftwaffe aufgehalten werden. Die 1. US-Armee nahm am 7. März Köln und war im schnellen Vorgehen auf Bonn und Godesberg.(41) Am 15. März 1945 traten die Amerikaner aus dem großen Brückenkopf südlich von Trier gegen die deutsche 1. Armee an.(42) Zwei weitere Stoßgruppen überschritten bei Zell und Cochem sowie nördlich von Koblenz die Mosel und griffen die deutsche 7. Armee an. Dieser Stoß konnte von den deutschen Truppen nicht zum Halten gebracht werden. Der Frontbogen zwischen Zweibrücken und Trier kam zum Einsturz. Mitte März 1945 bereiteten die West-Alliierten zudem die Operation „Plunder“, den Übergang über den Rhein und die Bildung eines Brückenkopfes um den Straßen- und Eisenbahnknotenpunkt Wesel ab dem 23. März 1945 vor.(43) An der Operation waren die 9. US-Armee, die 2. Britische Armee und eine kanadische Brigade mit insgesamt über einer Million Mann beteiligt. Zudem erreichten die Amerikaner am 18. März die Nahe, standen bei St. Wendel und am folgenden Tag mit ihren Panzerspitzen vor Kaiserslautern. Weitere alliierte Verbände stießen über Bad Kreuznach auf Worms und über Koblenz nach Bingen am Rhein vor.(44) In Nacht des 22. März 1945 setzte zudem ein Regiment der 5. US-Infanteriedivision bei Oppenheim (16km südsüdöstlich von Mainz) über den Rhein, die Deutschen wurden völlig überrascht.(45) Bereits am folgenden Tag hatte die gesamte Division den Rhein überschritten, eine Panzerdivision machte sich bereit nach zu stoßen. Damit hatten die Amerikaner bereits zwei Brückenköpfe über den Rhein gebildet.

 

Kapitel 1: Der Einsatz von leichten Flugzeugen zur Abwehr des alliierten Vormarsches
Bereits im März 1945 war die deutsche Luftwaffe aufgrund der angespannten Flugbetriebsstofflage gezwungen, auf Flugzeuge auszuweichen, die möglichst wenig Flugbenzin verbrauchten. Zudem suchte man nach Möglichkeiten, der erwarteten Großoffensive der Russen an der Oderfront effektiv begegnen zu können. Durch einen rollenden Luftwaffeneinsatz bei Tag und Nacht sollten dem Feind schwerste Verluste an Menschen und Material zugefügt und sein weiterer Vormarsch aufgehalten werden. Selbst Jagdverbände sollten zu Jagdbombern umgerüstet werden: Am 8. März 1945 befahl das Oberkommando der Luftwaffe, dass bei sämtlichen Jagdverbänden der Reichsverteidigung und der Luftflotte 6 sofort Bombenträger so bereit zu halten seien, dass die Ausrüstung aller Flugzeuge bei Beginn der bevorstehenden russischen Offensive aus den Bereitstellungsräumen an der Oder in kürzester Frist erfolgen konnte.(46) Mit Beginn der Offensive sollten die Jagdverbände, soweit sie nicht zur Bekämpfung von russischen Feindeinflügen eingesetzt werden, mit Bordwaffen und kleinkalibrigen Bomben gegen feindliche motorisierte Kolonnen, Fahrzeug- und Truppenansammlungen eingesetzt werden.(47)

Der rollende Einsatz mit Bomben und Bordwaffen auf Feindbewegungen bei Nacht war an der Ostfront bereits mit leichten Nachtschlachtflugzeugen, meistens alten Schuldoppeldeckern vom Typ Arado Ar 66 und Gotha Go 145, erfolgreich durchgeführt worden.(48) Da die Nachtschlachtgruppen jedoch sukzessive auf den schwereren Flugzeugtyp Junkers Ju 87 „Stuka“ umgerüstet worden waren, standen Ende März 1945 nur noch zwei Gruppen mit leichten Nachtschlachtflugzeugen vom Typ Arado Ar 66 und Gotha Go 145 zur Verfügung: Die Nachtschlachtgruppe 3 mit einer Staffeln und einem Bestand von etwa 20 Go 145 in Libau-Grobin (Liepaja, 200km westsüdwestlich von Riga/Lettland) und die Nachtschlachtgruppe 5 mit vier Staffeln und einem Bestand von etwa 80 Ar 66 und Go 145 im Raum Plattensee/Ungarn, wobei die 4. Staffel der Nachtschlachtgruppe 5 mit 20 Go 145 und Ar 66 an die Oderfront zur 4. Flieger-Division (unter II. Fliegerkorps) verlegte. Hinzu kam die Nachtschlachtgruppe 8 mit Ju 87 und etwa zehn angegliederten Ar 66 und Go 145 im Raum Berlin.

Für den Masseneinsatz von leichten Flugzeugen waren in erster Linie der Benzinverbrauch und die Art des Flugkraftstoffes ausschlaggebend. Die Ju 87 wurde mit B4-Kraftstoff betankt und hatte einen Verbrauch von 310 Litern pro Stunde, während die leichten Typen Go 145 und Ar 66 mit A3-Kraftstoff betankt wurden und lediglich 60 Liter pro Stunde verbrauchten. B4-Kraftstoff war knapp, A3-Kraftstoff stand jedoch aufgrund der wenigen Verbrauchsträger in ausreichenden Mengen zur Verfügung. Dieser Kraftstoff fand hauptsächlich bei den leichten Schulflugzeugen Verwendung. Nach der Stilllegung der Flugzeugführerschulen Mitte Februar 1945 standen somit nicht nur ausreichende Mengen an Flugkraftstoff, sondern auch leichte Schulflugzeuge für neue Aufgaben zur Verfügung. Besonders die Bücker Bü 181 „Bestmann“, ein kunstflugtauglicher Tiefdecker in Gemischtbauweise mit nebeneinander liegenden Sitzen und Doppelsteuer, seit 1938 als Standardflugzeug für die Anfängerausbildung in die Luftwaffe eingegliedert und Nachläufer für die Ar 66 und Go 145, war in sehr großen Stückzahlen vorhanden.(49) Der letzte greifbare Flugzeugbestand stammt vom 30. September 1944: insgesamt meldeten die Flugzeugführerschulen 1.458 Bü 181, 138 Ar 66 und 128 Go 145. Aufgrund des niedrigen Verbrauchs der Bü 181 von 25 Litern A3-Kraftstoff pro Stunde bei einer Flugdauer von vier Stunden waren die Voraussetzungen ideal für einen massenweisen Fronteinsatz dieses Flugzeugtyps, während die geringe Anzahl an Ar 66 und Go 145 einen Aufbau von neuen Einheiten nicht zuließ. Hinzu kam, dass durch die Auflösung der Verbände aus dem Bereich der Fliegerausbildung zahlreiches Personal für andere Aufgaben frei wurde.
Der Chef des Generalstabs Führungsstab/Oberkommando der Luftwaffe, General der Flieger Karl Koller, befahl daher am 21. März 1945, dass durch den General der Fliegerausbildung Generalmajor Gerd von Massow 300 Flugzeuge vom Typ Bü 181 mit Besatzungen und geringem, jedoch ausreichendem technischen Personal bereitzustellen seien, die zunächst an der Ostfront zum Nachtschlachteinsatz kommen sollten.(50) Weitere 200 Bü 181 waren als Nachschub vorgesehen. Die Nachrüstung der Flugzeuge sowie eine kurze Ausbildung der Besatzungen sollten durch den General der Fliegerausbildung in enger Zusammenarbeit mit dem Generalquartiermeister Oberkommando der Luftwaffe und dem General der Schlachtflieger Generalmajor Hubertus Hitschhold durchgeführt werden. Koller forderte zudem, dass vom General der Schlachtflieger im Einvernehmen mit dem General der Fliegerausbildung und der Luftflotte 6 (Einsatz Ostfront) baldmöglichst ein Einsatz- und Organisationsvorschlag vorgelegt werde. Der General der Schlachtflieger meldete daraufhin, dass man diesbezüglich mit der Luftflotte 6 in Verbindung treten werde.(51) Ferner schlug Hitschhold noch am selben Tag vor, aus dem Bereich des Generals der Fliegerausbildung zehn Nachtschlachtkommandos(52) gleichzeitig als Behelfspanzerschlacht mit Panzerfaust-Bü 181 aufzustellen.(53)

[...]

1) So z.B. Saft, Ulrich: Das bittere Ende der Luftwaffe. „Wilde Sau“ - Sturmjäger, Rammjäger, Todesflieger, „Bienenstock“, Eigenverlag, Langenhagen 1992 oder die Erwähnung der Kommandos in Flugplatzchroniken wie Jung, Hartmut: Fürstenfeldbruck. Chronik eines Fliegerhorstes (1935-1994), Andechs 1994 und Stritzel, Hans-Georg: Geschichte des Flugplatzes Neuhausen ob Eck 1935-1963, o.O.u.J. sowie die Veröffentlichungen von Zeitzeugen: Winter, Franz Florian: Die deutschen Jagdflieger. Eine Dokumentation, 3. Auflage, München 2001 [Original 1987] und Cordts, Georg: Junge Adler. Vom Luftsport zum Flugdienst 1920-1945, München 1988. In England: Forsyth, Robert: The Bücker Bü 181 Panzerjagdstaffeln, in: Smith, J./Goss, C./Pegg, M./Arthy, A./Beale, N./Forsyth, R.: Schlachtflieger. Luftwaffe Ground Attack Units 1937-1945, Midland/England 2007.

2) Vgl. Mahlke, Helmut: 4. Buch: Nahkampfflieger, Teil 6: Schulen und Ergänzungseinheiten, in: Dierich, Wolfgang (Hrsg.): Die Verbände der Luftwaffe 1935-1945. Gliederungen und Kurzchroniken. Eine Dokumentation, 1. Auflage, Stuttgart 1976, S. 272. Identisch mit Mahlke, Helmut: Nahkampfflieger-Verbände. Sturzkampfflieger, Schlachtflieger, Panzerjäger, Nachtschlachtflieger, Celle 1971.

3) Vgl. Chapman, Rick: Die Bücker mit der Panzerfaust, in: modell magazin 1/82, Chapman, Rick: Tank-Busting Midget, in: Scale Models, March 1982, S. 142-145, Thiele, Harold: Die Bücker mit der Panzerfaust. Meinungen und Ratschläge unserer Leser, in: modell magazin 3/82, S. 4, Horn, Ulrich,  Leserbrief in: modell magazin, Nr. 7, 1982, S. 4, Bericht von Peter Petrick in: modell magazin 9/82, S. 4 und Cordts, Georg: Leserbrief zur „Bücker mit der Panzerfaust“, in: Jägerblatt, Heft 6, Dezember 1982, S. 59.

4) Siehe Greppmeir, Werner: Das letzte Aufgebot, in: Jet&Prop, 6/98.

5) So zuletzt noch bei Forsyth, Robert: Ebenda, S. 90, erstmals Chapman, Rick: Tank-Busting Midget, in: Scale Models, March 1982, S. 142.

6) Vgl. Rosam, Josef: Aufzeichnungen und Mitteilung an den Autor vom 01.04.2001.

7) Abdruck des Original-Fernschreibens an Oberst Radusch, Kommodore des NJG 3, bei Winter, Franz Florian: Ebenda, S. 184.

8) Die Rammeinsätze gingen auf eine Idee von Oberst Hajo Herrmann, zuletzt Kommandeur der 9. Fliegerdivision (J),  zurück. Siehe Herrmann, Hajo: Bewegtes Leben. Kampf und Jagdflieger 1935-1945, München 1993, S. 393-403. Das Kommando kam jedoch nur am 7.4.1945 unter großen Verlusten zum Einsatz, dem sog. Unternehmen „Werwolf“. Vgl. Winter, Franz Florian: Ebenda, S. 185-195. Zur Aufstellung des sog. „Schulungslehrgang Elbe“ siehe Saft, Ulrich: Ebenda, S. 58-71 und zum Ramm-Einsatz am 7.4.1945 sehr detailliert S. 74-111. Nach Durchführung des Unternehmens „Wehrwolf“ erhielt die Luftflotte Reich vom OKL die Weisung, die noch verbliebenen Flugzeugführer von ihrer Verpflichtung zu entbinden. Das Unternehmen wurde nicht wiederholt. Siehe NARA T-321-10: KTB OKL, Eintrag vom 10.4.1945, S. 4. Daneben gab es sog. Sturmgruppen der Jagdgeschwader. Die freiwilligen Flugzeugführer hatten sich verpflichtet, bei jedem Luftkampf mindestens einen gegnerischen Bomber entweder abzuschießen oder durch Rammen mit ihren extra gepanzerten Flugzeugen zum Absturz zu bringen. Zur Geschichte dieser Gruppen siehe Dahl, Walther: Rammjäger. Das letzte Aufgebot, Heusenstamm 1961.

9) Vgl. Herrmann, Hajo: Ebenda, S. 395.

10) Vgl. NARA T-321-10: KTB OKL Führungsstab Ia, Eintrag vom 18.3.1945, S. 6.

11) Zur Vorgeschichte der SO-Männer siehe Saft, Ulrich: Ebenda, S. 114-122; Winter, Franz Florian: Ebenda, S. 195-198 sowie Gellermann, Günther W.: Moskau ruft Heeresgruppe Mitte... Was nicht im Wehrmachtbericht stand: Die Einsätze des geheimen Kampfgeschwaders 200 im Zweiten Weltkrieg, Koblenz 1988, S. 42-60.

12) Gellermann, Günther W.: Ebenda, S. 59f.

13) Siehe NARA T-321-17 und 50: E-Meldungen der fliegenden Verbände des Lfl.Kdo. 6 im Zeitraum 6.3.1945 und ab 21.3.1945 sowie NARA T-321-50: Einsatzmäßige Gliederung der flg. Verbände des Lfl.Kdo. 6, Stand 29.3.1945, 20 Uhr.

14) Siehe Taghon, Peter: Die Geschichte des Lehrgeschwaders 1, Band 2: 1942-1945, 1. Auflage, Zweibrücken 2004, S. 424f sowie Saft, Ulrich: Ebenda, S. 126.

15) Auch die SO-Männer beim KG (J) 30 wurden für diesen Einsatz aktiviert und nach Jüterbog gebracht. Siehe BArch RL 7/617: KTB Luftflotte 6, Eintrag am 13.4.1945, Blatt 207 Rückseite sowie Chefgruppe Gen.Qu., Nr. 537/45 g.Kdos., H.Qu. 17.4.1945, Betr.: Einsatzbereitschaft der flg. Verbände des Lw.Kdo.NO, Stand 16.4.1945, abends. Zu den Einsätzen an der Oderfront im April 1945 siehe Saft, Ulrich: Ebenda, S. 126-132 sowie ergänzend Gellermann, Günther W.: Ebenda, S. 189-195.

16) U.a. die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 53 und das Transportgeschwader 30. Die Verteilung des Aufrufs erfolgte bis zu den Gruppen, Abteilungen und selbständigen Staffeln. Vgl. ULTRA HW5 T523-110 und KO 786.

17) Ein einmotoriger, zweisitziger, kunstflugtauglicher Doppeldecker, der von der Luftwaffe als Schulflugzeug verwendet wurde. Der Erstflug dieses Typs fand 1932 statt.

18) Ein zweimotoriger Tiefedecker, von der Luftwaffe sehr vielseitig als Reise- und Schulflugzeug, auch für Bomben- und MG-Schützen, verwendet. Wurde später auch als leichter Bomber in den Störkampf- und Nachtschlachteinheiten eingesetzt. Der Erstflug dieses Typs fand 1935 statt.

19) ULTRA HW 5 T523-111.

20) Vgl. ULTRA HW 5 T529-21, KO 1255, T530-14, KO 1351, T530-17, KO 1349, T532-45, KO 1543, T537-11, KO 1860 und T537-21, KO 1877.

21) Siehe Herrmann, Hajo: Ebenda, S. 401-414.

22) Vgl. Boog, Horst: Strategischer Luftkrieg in Europa und Reichsluftverteidigung 1943-1944, in: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Band 7: Das Deutsche Reich in der Defensive. Strategischer Luftkrieg in Europa, Krieg im Westen und Ostasien 1943-1944/45, hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Stuttgart München 2001, S. 125-130 sowie Schramm, Percy E.: Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungsstab) 1940-1945, Teilband 1, Band 7: 1. Januar 1944 – 22. Mai 1945, Studienausgabe, Bonn o.J., S. 24, 950-958.

23) Schramm, Percy E.: Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungsstab) 1940-1945, Teilband 2, Band 8: 1. Januar 1944 - 22. Mai 1945, Studienausgabe, Bonn o.J. (im Folgenden: Schramm, Percy E.: KTB OKW, Band 8), S. 986.

24) Auch für das Folgende vgl. Schramm, Percy E.: KTB OKW, Band 8, S. 1317f.

25) Vgl. Schramm, Percy E.: KTB OKW, Band 8, S. 1010 ergänzend Piekalkiewicz, Janusz: Der Zweite Weltkrieg, Lizenzausgabe, Augsburg 1992, S. 1002f.

26) NARA T321-50: Fernschreiben von OKL Führungsstab Nr. 20184/45, vom 1.2.1945.

27) NARA T321-10: OKL Führungsstab Ia KTB, Eintrag vom 1.2.1945, S. 3.

28) Der Generalquartiermeister OKL hatte am 12.2.1945 festgestellt, dass nach dem Ausfall von Pölitz für den gesamten Monat Februar 1945 von der Industrie mit einer Fördermenge von nur 400t Flugbetriebsstoff zu rechnen war. Die Gesamtproduktion im Februar lag schließlich bei 1.000t Flugkraftstoff. Vgl. NARA T321-10: OKL Führungsstab Ia KTB, Eintrag vom 9.2.1945, S. 2f und Eintrag vom 12.2.1945, S. 5 sowie Wagenführ, Rolf: Die deutsche Industrie im Kriege 1939-1945, 2. Auflage, Berlin 1963, S. 104ff und 120.

29) NARA T-321-50: Kr.-Blitz-Fernschreiben OB.Lfl.Kdo.6, Gen.Oberst v. Greim, an OB.HGr.Weichsel, HGr.Mitte, 3.Pz.Armee, 2.Armee, 11.Armee, 9.Armee, 4.Pz.Armee17.Armee,Armeegruppe Heinrici,1.Pz.Armee, Gen.Kdo.II.Fl.Korps, VIII.Fl.Korps, Div.,Kdr.1.Flg.Div, 4.Flg.Div., OB Lfl. Reich, Chef Genst.d.LW., OKL Gen.Qu., Nr. 60/45, g.Kdos., vom 4.2.1945.

30) Schramm, Percy E.: KTB OKW, Band 8, S. 1320.

31) Am 30.1.1945 war der Luftflotte 6 (Einsatz Ost) das Februar-Kontingent in Höhe von 2.570t (3.400cbm) Flugbetriebsstoff zugewiesen worden. Diese Menge war jedoch durch die im Zulauf befindlichen und auf Vorgriff bereits zugewiesenen Flugbetriebsstoffzüge erschöpft. Gleichzeitig hatte die Luftflotte Reich mit dem unterstellten Luftwaffenkommando West (Einsatz West und Ost) 2.000t (2.646cbm) Flugbetriebsstoff erhalten. Vgl. BArch RL 7/617: KTB des Luftflottenkommandos 6, Beitrag zum KTB für den 30.1.1945, S. 3 Rückseite sowie NARA T-321-50: Lfl.Kdo.6, O.Qu./Qu.1, Br.B.Nr.: 628/45, Aktennotiz. Betriebsstofflage am 2.2., abends, vom 3.2.1945.

32) Siehe NARA T321-10: OKL Führungsstab Ia KTB, Eintrag vom 13.2.1945, S. 3.

33) Siehe Tippelskirch, Kurt von: Geschichte des Zweiten Weltkriegs, 2. neu bearbeitete Auflage, Bonn 1956, S. 555. Sehr detailliert zur alliierten Operation „Grenade“ siehe Whitaker, Denis und Shelagh: Endkampf am Rhein. Der Vormarsch der Westalliierten 1944/45, genehmigte Lizenzausgabe, Augsburg 1998, S. 220ff.

34) Whitaker, Denis und Shelagh: Ebenda, S. 242.

35) Siehe auch für das Folgende Tippelskirch, Kurt von: Ebenda, S. 555-557.

36) Davon wurden vom Chef der Technischen Luftrüstung (Chef TLR) 6.000t bereitgestellt, aus der OKW-Reserve kamen 1.000t und aus der OKL-Reserve 3.500t. Vgl. NARA T321-114: OKL Gen.Qu. Nr. 2570/45 g.Kdos. (4.Abt.I), Flugkraftstofflage März 1945 und Flugkraftstoffverteilung April 1945, H.Qu., 7.4.45.

37) Bereits am 21.2.1945 hatte der Chef des Führungsstabs Ia OKL bei Hitler einen Vortrag über die Flugbetriebsstofflage gehalten. Demnach waren bis dahin etwa zwei Drittel des Luftwaffenkontingents für Ausbildung und Industrie und ein Drittel für den Einsatz verbraucht worden. Der Chef des Führungsstabes schlug vor, für Ausbildung und Industrie nur noch etwa 40 Prozent und für den Einsatz 60 Prozent des Gesamtkontingents zuzuweisen. Es ist anzunehmen, dass Hitler diesen Vorschlag zugunsten des Fronteinsatzes im Osten abänderte. Vgl. NARA T321-10: OKL Führungsstab Ia KTB, Eintrag vom 21.2.1945, S.6.

38) Für März 1945 war eine Flugbetriebsstoff-Produktion von 3.800t geplant, während die OKW-Reserve nur noch 9.500t Flugbetriebsstoff betrug. In der ersten Dekade des Monats März erfolgte jedoch überhaupt keine Produktion, da durch die vorausgegangenen Luftangriffe sämtliche großen Hydrierwerke ausgefallen waren. Siehe Schramm, Percy E.: KTB OKW, Band 8, S. 1320 sowie NARA T321-17: Oberquartiermeister Qu 1 Luftflotte 6, Br.B.Nr.: 1075/45, Flugbetriebsstofflage am 2.2.1945 [ein Schreibfehler! Es muss heißen: 2.3.1945. Der Autor], 18.00 Uhr, H.Qu. den 3.3.45 und ergänzend Fernschreiben vom Oberbefehlshaber der Luftflotte 6, Generaloberst v. Greim, an OKL, betr.: Flugbetriebsstofflage, Br.B.Nr.: 1095/45 g.Kdos., vom 4.3.45.

39) NARA T321-17: Fernschreiben OKL Führungsstab, Chef d. Genst.d.Lw. Gen.d.Flg. Koller an Lfl.Kdo.6, Lfl. Reich, Lw.Kdo. West, OKW, Nr. 20333/45 g.Kdos., vom 4.3.1945.

40) Tippelskirch, Kurt von: Ebenda, S. 557.

41) Zu den Kämpfen im Raum Köln - Bonn sehr detailliert Fuhr, Wilbert: Der Einsatz(fl ug)hafen Eudenbach. Bau und Belegung von 1936 bis 1945. Die 9. und 11. Panzerdivision. Ihr Kampf im Siebengebirge und Westerwald März 1945, Königswinter 1998, S. 165ff.

42) Vgl. Tippelskirch, Kurt von: Ebenda, S. 559f.

43) Zur Vorbereitung der Operation „Plunder“ siehe Whitaker, Denis und Shelagh: Ebenda, S. 361-373.

44) Die zerschlagenen deutschen Divisionen konnten sich bis zum 25.3.1945 nur über zwei bei Germersheim und westlich von Karlsruhe gehaltene Brückenköpfe auf das Ostufer des Rheins retten. Tippelskirch, Kurt von: Ebenda, S. 560.

45) Whitaker, Denis und Shelagh: Ebenda, S. 435f.

46) BArch RL 7-617: KTB des Luftflottenkommandos 6, Beitrag zum KTB für den 8.3.1945, S. 3 und ergänzend NARA T321-17: KR-Fernschreiben Lfl.Kdo.6, Führ.Abt.I Nr. 1745/45, vom 8.3.1945 sowie NARA T321-17: Fernschreiben Lfl.Kdo.6, O.Qu./Chefing., Br.B.Nr.: 1030/45 geh. vom 10.3.1945.

47) Siehe auch BArch RL 2 II-127: Ausb.Abt.Nr. 4760/45 geh. H.Qu. 7.3.1945, Taktischer Einzelhinweis Nr. 27: Richtlinien für den Schlachtfliegereinsatz von Jagdverbänden im Osten.

48) Zu Entwicklung und Einsatz der Störkampf- und Nachtschlachtverbände siehe Möller, Christian: Die Einsätze der Nachtschlachtgruppen 1, 2 und 20 an der Westfront von September 1944 bis Mai 1945. Mit einem Überblick über Entstehung und Einsatz der Störkampf- und Nachtschlachtgruppen der deutschen Luftwaffe von 1942 bis 1944, Aachen 2008.

49) Nowarra, Heinz J.: Die deutsche Luftrüstung 1933-1945, Band 1: Flugzeugtypen AEG - Dornier, Koblenz 1993, S. 153f.

50) NARA T321-50: Fernschreiben OKL/Führungsstab Nr. 20416/45, Chef des Generalstabs Gen.d.Fl. Koller an Lfl.Kdo.6, Gen.d.Fl.Ausb., Gen.d.Schlachtfl., Gen.d.Aufkl.Fl., Adjutant des Reichsmarschalls Göring, vom 21.3.1945, 2.15 Uhr.

51) Handschriftlicher Zusatz auf dem Fernschreiben: NARA T321-50: Fernschreiben OKL/Führungsstab Nr. 20416/45, Chef des Generalstabs Gen.d.Fl. Koller an Lfl.Kdo.6, Gen.d.Fl.Ausb., Gen.d.Schlachtfl., Gen.d.Aufkl.Fl., Adjutant des Reichsmarschalls Göring, vom 21.3.1945, 2.15 Uhr.

52) Die Nachtschlachtkommandos sollten auf Vorschlag der Luftflotte 6 als „Nachtschlachtstaffeln“ bezeichnet werden, was jedoch nicht umgesetzt wurde, da bis zuletzt der Begriff „Nachtschlachtkommando“ benutzt wurde. Die Luftflotte 6 bezeichnete die Summe der Kommandos als „Behelfsnachtschlachtverbände Bü 181“. Vgl. NARA T321-50: KR-Fernschreiben Nr. 2444/45 Chef.d.Gen.St. Lfl.Kdo.6 vom 30.3.1945 an OKLFüst., G.d.S., Bezug: OKL Füst. Nr. 20339/45 v. 27.03.45, Betr.: Bü 181 Nachtschlachteinsatz.

53) BArch RL 2 III-202: Fernschreiben KR LBRD 073 21/3 (2350) von Gen.Maj. Hitschhold OKL G.d.S., BRB Nr. 684/45, Betr.: Bü 181 Nachtschlachtflugzeug, vom 21.3.1945, 23.50 Uhr.

 

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